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„Das Offene Lernen bedeutet Lernen im Sinne eines selbstorganisierten Lernprozesses und Offenheit im Sinne von Flexibilität der Lernorganisation, der Ziele, der Inhalte und der Methoden. Darüber hinaus bedeutet Offenes Lernen auch den offenen Zugang zu Bildungsangeboten, die Angebots-, Medien- und Methodenvielfalt, die Anpassungsfähigkeit an individuelle Voraussetzungen und die didaktische Flexibilität als Elemente des Offenen Lernens. Offenes Lernen ist ein pädagogisches Konzept, das den individuellen Lernprozess in den Mittelpunkt stellt: Beratung für Einzelne statt Wissensvermittlung für alle. Es verändert die Aufgaben von Lernenden und Lehrenden. Offen ist der Weg und nicht das Ziel.“ Unter Letzterem ist zu verstehen, dass die Lernenden nicht nur einen Überblick über Lernziele, Lernmedien und Lernwege, sondern auch das Wissen, über deren Eignung für sie selbst sowie Lernerfolgs- kontrollen, Selbsteinschätzungen und Feed- back benötigen, um zielgerichtet lernen zu können.
Beim Offenen Lernen wird der Selbst- verantwortung des/der Lernenden bezüglich der Planung und Gestaltung des eigenen Lernprozesses ein hoher Stellenwert zuge- schrieben. Gemeinsam mit dem/der Lehrenden werden in einem individuellen Qualifizierungs- und Vermittlungsplan Ziele festgelegt, für deren Erreichung der/die Lernende ver- antwortlich ist.

Was er/sie zur Zielerreichung benötigt, muss individuell von Lehrenden und Lernenden festgelegt werden. Vor diesem Hintergrund müssen den Lernenden Selbstlernmaterialien für unterschiedliche Lernvoraussetzungen und Lernziele zur Verfügung gestellt werden, die auch Lernerfolgskontrollen (z.B. Tests, Einzelgespräche oder Gruppengespräche mit den Lehrenden) beinhalten. Der/die Lernende wird beim Offenen Lernen die Möglichkeit geboten, innerhalb der durch die jeweiligen Lerneinheiten gesetzten Grenzen (wie Dauer und Inhalte) im eigenen Tempo zu arbeiten. Das Offene Lernen beinhaltet ein neues Rollenverständnis von Lernenden und Lehrenden. Für die Lernenden bedeutet Offenes Lernen, dass sie Eigeninitiative entwickeln müssen, um gesteckte Ziele zu erreichen. Sie müssen die volle Verantwortung für ihr Lernen unter geringer Unterstützung durch die Lernbe- ratung übernehmen. Die Lernenden benötigen eine aktive Lernhaltung und den Willen, Aufgaben zu erarbeiten, die unangenehm sind, bei gleichzeitig geringerer Kontrolle durch die Lehrende als dies in den gewohnten Lern- formen der Fall ist. |
Gibt es Probleme bei der Bearbeitung einer Aufgabe, so müssen die Lernenden selbst beurteilen, ob sie das Problem lösen können oder die Lernberater/innen zu Hilfe rufen. 
Über die bereits genannten Anforderungen hinaus, benötigen die Lernenden eine realistische Selbsteinschätzung ihrer Mög- lichkeiten, um sich einigermaßen erreichbare Ziele setzen zu können. Die hier angeführten Aspekte verdeutlichen, dass die Anfor- derungen des Offenen Lernens an die Lernenden sehr hoch sind und eine kom- petente Betreuung/Beratung seitens der Lehrenden bedarf. Für die Lehrenden bedeutet diese Lernform, dass ihr Aufgabenschwerpunkt nicht mehr in der reinen Wissensvermittlung liegt, sondern dass sie beratend, bewertend, Feedback gebend und verwaltend tätig sind sowie den Lernenden bei Problemlösungen Hilfestellungen geben. Sie müssen einen Rollenwechsel von den Lehrer(inne)n zu den Lernberater(inne)n vollziehen. Die Lehrenden sollen nicht mehr reine Fakten vermitteln, sondern den Lernenden Hinweise geben, wo diese die Informationen selbst recherchieren können. Sie sollen nicht die Lösung von Problemen vorgeben, sondern die Lernenden auf dem Weg zum Ziel unterstützen. Durch die hohen Anforderungen, die das Konzept des Offenen Lernens speziell an die Lernenden stellt, kann sehr schnell eine Überforderung der Lernenden eintreten, wenn diese keine adäquate Hinführung zur neuen Lernform erhalten. Um die Lernenden sukzessiv auf die neue Lernform vorzu- bereiten und auch zu gewöhnen, hat sich die Lernende Region Offenbach dafür ent- schieden, in der Region Strukturen auf- zubauen, die eine Integration des Offenen Lernens in traditionelle gruppenorientierte Lernformen ermöglichen und nachhaltig fördern. Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass das Offene Lernen sowohl Formen des Fernunterrichts als auch andere Formen selbstgesteuerten Lernens umfasst, die auf der Basis der Informations- und Tele- kommunikationstechnologien entwickelt wur- den (wie Computer Based Training, Web Based Training).
Quelle: Stiftung Berufliche Bildung Hamburg |